CLINITEK Status + Analysesystem

  • 1 Gerät lagernd

    Das CLINITEK Status + Analysesystem ist für die Harnanalytik am Point of Care entwickelt und liefert mit der Anwendung der Harnteststreifen von Siemens Healthcare Diagnostics qualitativ hochwertige klinische Daten.

    • Automatische Kontrollen
    • Einfache Handhabung
    • Verbesserte Datensicherheit
    • Komplettes Point of Care-Testportfolio
    • Zukunftsfähig durch Upgrade-Kits


    Handbuch: Clinitek_Status_Bedienungsanleitung.pdf


    Einfache Handhabung

    • Einfache, intuitive Bedienung mit dem Touchscreen
    • Teststreifen auflegen – das Analysesystem erledigt den Rest
    • Schnelle Ergebnisse – die Testergebnisse sind innerhalb einer Minute verfügbar
    • Automatischer Befundausdruck – keine manuellen Übertragungen erforderlich

    Verbesserte Datensicherheit

    In Kombination mit der patentierten Teststreifentechnologie ermöglicht das neue Analysesystem automatische Kontrollen (Auto-Checks) für:

    • Erkennung des Siemens-Teststreifentyps
    • Meldungen zu möglichen Störfaktoren der Probe, falls Störfaktoren erkannt werden (nur beibestimmten Typen von Teststreifen)
    • Automatische Fehlermeldungen, sollte der Teststreifen vor der Analyse feucht geworden sein
    • Verfügbar für Teststreifen mit Leukozytenfeld
    • Subjektive Fehlerquellen für falsch abgelesene Werte entfallen

    Komplettes Point of Care-Testportfolio

    • Multistix 10SG ist der für Routinetests am häufigsten verwendete Harnteststreifen
    • Automatische Berechnung des Albumin-Kreatinin-Quotienten mit den CLINITEK Microalbumin-Teststreifen zur Früherkennung von Nierenerkrankunge
    • Instrumentelle Auswertung der CLINITEST hCGKassetten zum Nachweis einer Schwangerschaft

    Auswertung - Diagnostik K4 005 Kontrollurin_0001-1307_GE.pdf



    Befund

    Dokumentation der Harnanalyse: harnfibel2004-1.pdf


    Glucose

    "Harnzucker" ist die Bezeichnung für "Glukose (Traubenzucker) im Urin". Normalerweise enthält der Urin so wenig Glukose, dass der Harnteststreifen sich nicht verfärbt. Der Urintest ist dann "negativ", also "normal". Ab circa 40 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) Urin verfärbt sich der Harnteststreifen – der Urintest ist "positiv". Das kann ein Anzeichen für eine Zuckerkrankheit (Diabetes) oder für eine Nierenerkrankung sein.


    Welcher Wert ist normal?

    Normalerweise wird mit dem Urin in 24 Stunden die geringe Menge von etwa 70 mg Glukose ausgeschieden. Nach kohlenhydratreicher Nahrung kann die Glukosekonzentration im Urin auch ansteigen. Gesunde Menschen scheiden dennoch normalerweise weniger als 200 mg Glukose in 24 Stunden aus. Der Glukosewert im Urin ist normal, wenn sich der Harnteststreifen im Testfeld "Glukose" nicht verfärbt. Der Arzt sagt dann: "Der Urintest ist negativ." Das bedeutet: Der Glukosewert im Urin ist so niedrig, dass das Ergebnis "normal" ist.


    Wann steigt der Wert?

    Durch die Nieren fließen täglich circa 1500 Liter Blut. Dabei wird das Blut in den Nierenkörperchen gefiltert, und es entsteht eine große Menge so genannter Vorharn. Dieser enthält sowohl Stoffe, die der Körper nicht mehr benötigt, als auch solche, die er noch braucht. Glukose wird in den so genannten Nierentubuli fast vollständig wieder zurück ins Blut transportiert.


    Bis zu einem Blutzuckerspiegel von 160 bis 180 mg/dl (8,9 bis 10 mmol/l) schaffen es die Nierentubuli, fast die gesamte Glukose aus dem Vorharn wieder zurück ins Blut zu holen. Ist der Blutzuckerwert jedoch noch höher, wie das zum Beispiel bei einer Zuckerkrankheit der Fall sein kann, dann sind die Glukosetransporter der Nierentubuli überlastet. An diesem Punkt ist die sogenannte "Nierenschwelle" überschritten. Mit dem Urin wird dann auch eine größere Menge Glukose ausgeschieden (Glukosurie). Der Harnteststreifen verfärbt sich, der Urintest auf Glukose ist dann "positiv".


    Auch bei verschiedenen Nierenerkrankungen kann der Glukosewert im Urin erhöht sein. Das ist zum Beispiel bei einer angeborenen Nierenerkrankung der Fall, bei der die Transporter-Eiweiße in den Nierentubuli, welche die Glukose zurücktransportieren, defekt sind. Aber auch nach schweren erworbenen Nierenerkrankungen (zum Beispiel Nierenentzündungen, Schwermetallvergiftungen) können die Nierentubuli defekt sein.


    Wann ist der Wert zu niedrig?

    Da der Urin nur wenig Glukose enthalten sollte, kann der Wert nicht zu niedrig sein. Es ist meistens ein Anzeichen für Gesundheit, wenn der Harnteststreifen sich nicht verfärbt. Zum Nachweis von Unterzuckerungen, wie sie bei der Therapie von Diabetes oder bei verschiedenen Erkrankungen vorkommen können, eignet sich der Urintest nicht. Bei solchen Fragestellungen muss immer das Blut untersucht werden.


    Bilirubin

    Bilirubin ist ein Gallenfarbstoff. Er entsteht, wenn der rote Blutfarbstoff ausgemusterter roter Blutkörperchen abgebaut wird. Es bindet sich im Blut an das Eiweiß Albumin und wird so zur Leber transportiert. Den an Albumin gebundenen Farbstoff nennt man „indirektes“ Bilirubin. In der Leber wird die Verbindung mit dem Albumin aufgelöst, und es entsteht als Gallenfarbstoff „direktes Bilirubin“.


    Direktes Bilirubin gibt der Körper mit der Gallenflüssigkeit in den Darm ab. Dort wird es weiter zu den Farbstoffen Urobilinogen und Sterkobilin abgebaut. Sterkobilin gibt dem Stuhl seine charakteristische braune Farbe. Ein kleiner Teil des Urobilinogens wird erneut über die Darmschleimhaut aufgenommen und wiederverwertet. Ein sehr kleiner Teil des Bilirubins wird über die Nieren ausgeschieden und sorgt als Bilirubin im Urin für die charakteristische Gelbfärbung.


    Bei Gallenwegserkrankungen wie Gallensteinen oder Tumoren ist der Gallenabfluss gestört. Dann kann das Bilirubin nicht vollständig über die Gallenwege ausgeschieden werden. Seine Konzentration im Blut steigt, und der Farbstoff wird im Gewebe abgelagert. Die Haut und insbesondere die Bindehaut der Augen können sich dadurch gelb färben (Gelbsucht). Bei einem kompletten Verschluss der Gallenwege ist der Stuhl hell („sandfarben“) und der Urin dunkel gefärbt.


    Keton

    Ketone (auch Ketonkörper) sind Stoffe, die beim Fettsäureabbau in der Leber entstehen. Zu ihnen gehören das Aceton, das Acetoacetat und das b-Hydroxybutyrat. Wenn man hungert oder ein Insulinmangel besteht, bildet der Körper vermehrt Ketone. Diese gelangen dann in die Blutbahn und werden über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Findet der Arzt im Urin Ketone, nennt man das Ketonurie.


    Wann bestimmt man die Ketone im Urin?

    Die Untersuchung des Harns auf Ketone wird vor allem bei der Diagnose von Diabetes und im weiteren Verlauf der Erkrankung durchgeführt. Das gilt sowohl für Typ-1- als auch für Typ-2-Diabetes. Besonders wichtig ist die Bestimmung der Ketonkörper bei diabetischen Patienten mit Stoffwechselentgleisung. Diabetiker können auch eigenständig regelmäßig ihren Urin mithilfe von Teststreifen auf Ketone untersuchen. Dafür eignet sich am besten eine Probe des Mittelstrahlurins. Auf dem Teststreifen befinden sich unterschiedliche Testfelder, die beim Kontakt mit Ketonkörpern ihre Farbe verändern. Je mehr Ketone im Urin vorhanden sind, umso deutlicher ist der Farbumschlag.

    Wichtig ist auch die Bestimmung der Ketone im Urin bei Kindern: Vor allem bei Neugeborenen kann eine Ketonurie auf angeborene Stoffwechselerkrankungen hinweisen, die schnellstmöglich behandelt werden müssen.


    Ketone im Urin: Welcher Wert ist normal?

    Beim gesunden Patienten sind nur ganz niedrige Konzentrationen von Ketonen im Harn nachweisbar, in der Regel nicht mehr als 0,5 mmol/l. Ein Farbumschlag auf dem Teststreifen tritt dabei im Normalfall nicht auf.


    Wann ist der Ketonspiegel im Urin zu niedrig?

    Zu niedrige Ketonspiegel im Urin gibt es nicht.


    Wann ist der Ketonspiegel im Urin zu hoch?

    Bei folgenden Erkrankungen oder Situationen finden sich im Urin vermehrt Ketone:

    Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“)

    hohes Fieber

    große Verletzungen, auch nach Operationen

    fettreiche Ernährung

    Auch beim Fasten sowie bei Unterernährung sind die Ketone im Urin erhöht, wenngleich auch in geringerem Ausmaß.

    Ein falsch positives Testergebnis ergibt sich bei Einnahme bestimmter Medikamente, beim Ausscheiden großer Mengen von Bakterien sowie bei falscher Lagerung der Urinprobe.


    Keton im Urin: Schwangerschaft

    Auch in der Schwangerschaft gibt es einige Krankheitsbilder und Komplikationen, die sich mit einer Ketonurie bemerkbar machen. Dazu gehört zum Beispiel die sogenannte Hyperemesis gravidarum. Darunter versteht man anhaltendes und schwer kontrollierbares Erbechen im Rahmen der Schwangerschaft.

    Auch Schwangere mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für eine Stoffwechselentgleisung, weshalb die regelmäßige Kontrolle möglicher Ketone im Urin sehr wichtig ist.


    Was tun bei Ketonurie?

    Findet der Arzt Ketonkörper im Urin, muss er herausfinden, ob eine Erkrankung die Ursache ist. Besteht zum Beispiel der Verdacht auf Diabetes, bestimmt der Arzt die Blutzuckerwerte, etwa den HbA1c. Denn das Auftreten der Ketone im Urin allein ist nicht ausreichend, um eine sichere Diagnose zu stellen.

    Version
    V1.00
    Autor
    Wolfgang Maurer

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