Großbritannien: Krebspatienten leben immer länger

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  • Viele Überlebende kämpfen mit den Folgen überholter Therapieformen


    London (pte) Mehr als 170.000 Personen in Großbritannien, bei denen Krebs im Alter bis zu 40 Jahren diagnostiziert wurde, leben noch heute. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Macmillan Cancer Support http://macmillan.org.uk . Laut der Hilfsorganisation leben Menschen heute doppelt so wahrscheinlich noch ein ganzes Jahrzehnt nach der Diagnose als zu Beginn der 1970er Jahre.


    Finanzielle Folgen
    Verantwortlich für die längere Lebenserwartung sind unter anderem bessere Behandlungsmöglichkeiten und eine raschere Diagnose. Tatsache ist aber auch, dass eine Krebserkrankung für die Überlebenden lebenslange Belastungen und Nebenwirkungen mit sich bringt. Die Studie mit dem Titel "Cancer Then and Now" untersucht die Diagnose, die Behandlung und das Überleben von Krebspatienten. Laut den Experten ist heute eine "außerordentliche" Anzahl von Menschen viele Jahre nach der Krebsdiagnose noch am Leben. Zu verdanken ist diese Entwicklung auch Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung, wie auch einem besseren Screening, das eine raschere Diagnose ermöglicht.

    Die Studienautoren betonen jedoch auch, dass tausende Menschen viele Jahre lang mit den körperlichen, emotionalen und finanziellen Folgen einer Krebserkrankung und der folgenden Behandlung zu kämpfen haben. Betroffen sind vor allem Personen, die eine Krebserkrankung viele Jahrzehnte lang überlebt haben. Sie müssen mit den Folgen von inzwischen überholten Therapieformen leben, die häufig sehr schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Die Studie geht davon aus, dass rund ein Viertel der Überlebenden langfristig Probleme hat und Unterstützung benötigt.


    Keine Behandlung ohne Nebenwirkungen
    Jane Maher, die leitende Gesundheitsexpertin bei Macmillan Cancer Support, betont, dass heute weniger schwere Nebenwirkungen und ein geringeres Herzinfarkt- oder Schlaganfall-Risiko als in den 1970er und 1980er Jahren zu beobachten sei. "Manche der Nebenwirkungen, die jedoch von den Ärzten als gering eingeschätzt werden, wie zum Beispiel Erschöpfung oder Probleme bei der Kontrolle der Darmfunktion, können gravierende Auswirkungen auf die Lebensqualität haben". Laut Maher sei es sehr zu bedauern, dass es auch heute keine Behandlungsmöglichkeit gebe, die nicht das Risiko von Nebenwirkungen in sich berge. Sie betont zudem, dass es auch von entscheidender Bedeutung sei, dass die ansteigende Zahl von Menschen, die noch sehr lange nach einer Krebserkrankung leben, die richtige medizinische Versorgung bekommen.

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